Neue Tour in 2026: Leben im Mittelalter
Im Laufe des Jahre werde ich eine neue Stadtführung über das Leben im Mittelalter anbieten. Trier war damals eine faszinierende Mischung aus römischem Erbe und neuer christlicher Ordnung. Antike Monumente wie die Porta Nigra wurden umgedeutet, umgebaut oder schlicht weitergenutzt. Enge Gassen, Fachwerkhäuser, Märkte und Kirchenglocken prägten den Alltag. Das Mittelalter war keine Zeit der Romantik, aber eine Epoche voller spannender Geschichten. Ein Leben zwischen harter Arbeit und festem Glauben, zwischen Hoffnung auf das Jenseits und Überleben im Diesseits – und Trier mittendrin. Es geht bei der Stadtführung auch darum was man anzog, wie man sich ernährte, wie gewalttätig der Alltag war und welche Rolle die Liebe spielte. 1000 Jahre fesselnde Geschichte in der viel passiert ist und die in Trier viele Spuren hinterlassen hat, von der Porta Nigra, dem Dreikönigenhaus, dem Hauptmarkt und der meisterhaften Liebfrauenkirche.
Das Mittelalter war kein dunkles Zeitalter – es war laut, bunt, streng geregelt und voller Gegensätze. Wer man war und wie man lebte, hing stark davon ab, wo man geboren wurde. Gott hatte seinen festen Platz ganz oben, und darunter ordnete sich die Gesellschaft fein säuberlich ein: Bauern arbeiteten, Geistliche beteten, Ritter kämpften, Adlige herrschten. Viele Innovationen kommen aus dieser Zeit: die Uhr, die Brille ein neuer Kalender und vieles mehr.
Die große Mehrheit der Menschen lebte auf dem Land. Bauern bestellten Felder, hielten Tiere und hofften jedes Jahr aufs Neue, dass Wetter, Ernte und Abgaben sie am Leben ließen. Besonders an Mosel, Saar und Ruwer spielten Winzer eine wichtige Rolle: Wein war nicht Luxus, sondern Grundnahrungsmittel – oft sicherer zu trinken als Wasser.
Rund um Trier prägten Weinberge schon im Mittelalter die Landschaft, und viele Klöster profitierten vom Weinbau ganz erheblich.
Mönche, Nonnen und Priester waren die Hüter von Wissen, Bildung und Seelenheil. Sie konnten lesen und schreiben, führten Urkunden, kopierten Bücher und erklärten den Menschen die göttliche Ordnung der Welt.
In Trier war ihr Einfluss besonders stark: Der Dom St. Peter, die Abteien St. Maximin und St. Matthias waren nicht nur religiöse Zentren, sondern auch politische und wirtschaftliche Machtfaktoren.
Ritter waren die militärische Schutztruppe des Adels. Sie trainierten von klein auf den Umgang mit Schwert, Lanze und Pferd, lebten nach Idealen wie Ehre, Treue und Tapferkeit – zumindest in der Theorie. In der Praxis waren Ritter teuer, kampflustig und nicht immer friedlich.
Turniere sorgten gelegentlich für Unterhaltung, Kriege für Unsicherheit. Wie glamorös war ihr Leben? Was haben die beiden Ritter an der Wand der Stepe verloren?
Der Adel lebte von Land, Abgaben und Rechten. Burgen und repräsentative Wohnsitze zeigten, wer das Sagen hatte. In Trier erinnern Bauwerke wie das Dreikönigenhaus an wohlhabende Familien des Hochmittelalters – steinerne Statussymbole mitten in der Stadt.